Langsames WLAN im Büro: die wahren Ursachen (und lohnt sich Wi-Fi 7?)
«Das Internet ist langsam» gehört zu den häufigsten Klagen im Büro. Meistens liegt es weder am Anbieter noch an den Computern, sondern am WLAN. Und ein neuer Access Point mit dem neuesten Standard löst das Problem nicht immer. So finden Sie die wahre Ursache.
Schritt 1: Internet oder WLAN?
Schliessen Sie einen Laptop per Kabel direkt am Router oder Switch an und machen Sie einen Geschwindigkeitstest. Wiederholen Sie den Test über WLAN, am selben Ort und dann an einem entfernten Arbeitsplatz.
- Auch mit Kabel langsam: Das Problem liegt beim Internetanschluss oder beim Router.
- Mit Kabel schnell, im WLAN langsam: Es liegt tatsächlich am WLAN.
Die häufigsten Ursachen
- Ein einziger Access Point für das ganze Stockwerk, oft das WLAN des Routers des Anbieters, in einem Schrank oder hinter einer tragenden Wand. Stahlbeton, Verbundglas und Metallschränke blockieren das Signal.
- WLAN-Repeater: Zu Hause praktisch, halbieren sie oft die Geschwindigkeit und machen das Netz instabil. Im Büro sind per Kabel angeschlossene Access Points vorzuziehen.
- Zu viele Geräte an einem Access Point: Computer, Handys, Drucker, Bildschirme im Sitzungszimmer, vernetzte Geräte.
- Ein altes Gerät, das die anderen am selben Access Point ausbremst.
- Die Nachbarn: In einem Gebäude teilen sich Dutzende Netze dieselben 2,4-GHz-Kanäle.
- Ein einziges grosses Netz für Mitarbeitende, Gäste und Geräte: weniger sicher und schwieriger zu steuern.
Gute Praxis für ein professionelles WLAN
- Mehrere verkabelte Decken-Access-Points, gemeinsam verwaltet (zum Beispiel Ubiquiti UniFi oder Ruckus), platziert nach einer Messung vor Ort.
- Überall derselbe Netzwerkname, um ohne Unterbruch von Raum zu Raum zu wechseln.
- Ein separates Netz für Gäste und ein weiteres (VLAN) für Drucker und vernetzte Geräte.
- 5 GHz (und 6 GHz, falls verfügbar) für die Computer; 2,4 GHz nur für Geräte, die es brauchen.
- Ein Switch, der die Access Points über das Kabel mit Strom versorgt (PoE): eine Steckdose weniger an der Decke.
Wi-Fi 6, 6E oder 7: Lohnt sich der Wechsel?
Wi-Fi 7 verspricht sehr hohe Geschwindigkeiten, die aber nur mit kompatiblen Computern und Access Points, auf kurze Distanz und mit einem Internetanschluss und einer Verkabelung erreicht werden, die mithalten. In den meisten KMU bringt ein gut geplantes Wi-Fi 6 oder 6E (genug Access Points, gut platziert, verkabelt) mehr als ein schlecht installiertes Wi-Fi 7. Interessant wird Wi-Fi 7 bei einer vollständigen Erneuerung, in sehr dicht genutzten Räumen oder für besondere Bedürfnisse (Sitzungszimmer, grosse Dateiübertragungen).
Kurz gesagt: Die Planung zählt mehr als der Standard. Eine Messung vor Ort (Ausleuchtungsanalyse) verhindert, dass Access Points aufs Geratewohl gekauft werden.
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